Kandidaten für die Stadtratswahl 2014 in Nürnberg

Dass Nürnberg eine Stadt mit vielen Gesichtern ist, bestätigte der Infoabend der SPD und die damit verbundene Vorstellung der Kandidaten für die Stadtratswahl. Der Abend wurde Musik und leichten Snacks eingeleitet. Die Moderatorin Lily stellte die drei Kandidaten, Nasser Ahmed, Carl Veldman und Irene Ramorobi vor. Es folgten kurze Reden von Herr Stephen Fraser ( Afrodeutsche e.V. ), Herr Esmael Ahmedin ( Eritrian National Council for Democratic Change ), Pastor Daniel Ato Eduah ( The Church of Pentecost ), Herr Dr. Abdoulaye Diallo ( Nifa ), Herr Benjamin Chinaka ( Igbo na enyi social cultural Association Nürnberg e.V. ), Herr Joao Luqueba ( Angolanischer Kulturverein Nürnberg e.V. ), Herr Robert Katianda ( The African Network of Germany   "TANG" Bayern ) und Frau Gabrielle Heinrich ( Mitglied des Deutschen Bundestags). Herr Ahmed wurde für seine Arbeit in der SPD und auch für seine Arbeit als Vorsitzender von Jusos (Junge Soziale) gelobt. Die Flucht seiner Familie aus Eritrea nach Deutschland über Ägypten wurde von Herrn  Ahmedin anschaulich erzählt .Er hat auch betont, dass Herr Ahmeds Vater es geschafft hat, seine Chancen in Deutschland zu nutzen um ein besseres und ein bedeutungsvolles Leben für sich  und seine Familie zu schaffen. Herr Benjamin erwähnte, dass Herr Ahmen eine wahre Erfolgsgeschichte hinter sich hat. Er wird gerne als Vorbild aller afrikanischen Kinder beschrieben.  Michelle…. Verein der Kameruner betone in seiner Ansprache, dass in der Gesellschaft ein Mangel an Gerechtigkeit und Akzeptanz gegenüber Menschen mit afrikanischen Wurzeln herrscht. Der Vorsitzende des angolanischen Vereins sagte, dass wir noch viel zu tun haben, besonders wenn es darum geht Berufschancen für Migranten aus Afrika zu verbessern. 

Herr Katianda (Vorsitzender der Verein Afrodeutscher) hat deutlich betont, dass wir Gabriela Heinrich deshalb in ihrem Wahlkampf zum deutschen Bundestag unterstützt haben, weil sie seinerzeit auf uns Afrikaner zugegangen ist und uns in unseren Anliegen unterstützt hat. Dieses Mal möchten wir nun auch Herrn Ahmed bei seinem Weg ins Rathaus unterstützen, in der Hoffnung, dass auch er sich - sollte er in den Stadtrat gewählt werden - für unsere Belange einsetzt. Es geht für uns nämlich darum, Gesicht zu zeigen, so Herr Katianda. Deshalb rief er alle Anwesenden auf, den drei Kandidaten/Kandidatinnen - Frau Ramorobi, Herrn Ahmed, Herrn Veldman - ihre Stimme zu geben. Im Jahre 2008 hat der jetzige OB Dr. Ulrich Maly gefragt, mit wem er reden soll, wenn er mit Afrikanern reden möchte, und wo er sie finden kann. Heute antworten wir:  Mit wem reden? Zum Beispiel mit Herrn Ahmed. Und wo? Im afrikanischen Kulturzentrum.

Ein  afrikanisches Kulturzentrum ist laut seiner Meinung nicht nur ein Wunsch, sondern dringend notwendig.  Die Mehrheit der Afrikaner würde sich darüber freuen und es soll ein Haus mit offenen Türen sein, in dem mit offenen Karten gespielt wird. Er sagte dass wir all drei Kandidaten (Herr Ahmed, Frau Ramorobi und Herr Veldman im Stadtrat brauchen. Wir haben Menschen in Nürnberg, die hoch qualifiziert sind und diese Menschen sind wertvolle Mitglieder der Gesellschaft, so Herr Katianda. Afrikaner haben viele Jobs, Berufe und Funktionen. Er meint, dass die Idee unser Gesicht zu zeigen, nicht nur ein Konzept des Vereins ist, sondern gar eine Notwendigkeit im Rahmen der Integration. Gabriela Heinrich hielt eine sehr bedeutungsvolle Rede über die Kandidaten. Sie hat auch kurz die Reise nach Berlin am 18-20. Februar angesprochen Sie betonte, dass diese Reise nicht das Ende der Zusammenarbeit ist, sondern vielmehr ein weitere Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Sie meinte, dass wir immer noch Arbeit vor uns haben und wir uns deshalb nochmals treffen werden, um die  wichtigen Punkte zu bearbeiten und zu besprechen. Sie hat die drei wichtigen Themenschwerpunkte  Gesicht zeigen, Kompetenzen erweitern und Information weiter zu geben hervorgehoben. Sehr wichtig ist beim Verfolgen dieser Ziele auch ein Zuhause für alle Afrikaner in Nürnberg, dass eben durch ein afrikanisches Kultur Zentrum geschaffen werden könnte

3. Wir als Teil Europas haben eine Verantwortung gegenüber Afrika.  Im partnerschaftlichen Dialog  geht es darum bei den Bürgern der Stadt Interesse für afrikanische Themen zu wecken. Dies würde durch den Einzug der drei Kandidaten in den Stadtrat erleichtert werden. Erfahrungen von ehemaligen Stadträten spiegeln die Notwendigkeit von mehr Miteinander der Kulturen.

 Stadträte sind  die perfekten Ansprechpartner, wenn es darum geht mit der Stadt in Dialog zu treten und die Belange, Wünsche und Nöte  der in Nürnberg lebenden Afrikaner zum Thema in der Politik zu machen. Nur wer gehört wird, kann damit rechnen auch angemessen vertreten zu werden.  Wir haben mit der Teilnahme an der Wahl am 16.März die Möglichkeit mitzubestimmen, wer uns Afrikaner im Stadtrat vertreten wird; damit können wir ein besseres Nürnberg schaffen.

OB Ulrich Maly rief bei der Veranstaltung alle Leute auf wählen zu gehen. Integration liegt ihm persönlich sehr am Herzen. Wichtig dabei ist auch die Assimilation. Die Freiheit die eigene Kultur leben zu können und dafür auch den entsprechenden Raum eingeräumt zu bekommen ist ein wichtiger Aspekt. In Nürnberg findet täglich Diskriminierung im Alltag statt. Da gibt es u.a. Probleme bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach Arbeit und auch am Arbeitsplatz. OB Ulrich Maly will die Menschen unterstützen und ihnen helfen ihre Fähigkeiten gezielt und angemessen in den Arbeitsmarkt  einzubringen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildung. So sollen neue  Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden und auch einen Investition von 700 Mio. Euro für Schulen ist angedacht. Bildung soll für alle zugänglich sein, unabhängig von Herkunft oder sozialem Stand. Kinder sind die Zukunft der Stadt und die Politik muss dafür sorgen, dass die Gesellschaft die Chance in der Vielfältigkeit der Menschen erkennt und für sich nutzt. Die Vielfalt unserer Stadt ist ein Wert, der nicht zu unterschätzen ist. Konflikte in einer multikulturellen Gesellschaft  können am besten im Dialog geklärt werden. Die Wahl demokratischer Parteien ist ein Ja zu diesem Dialog.

Vorstellung der Kandidaten

Nasser Ahmed

Ein  Nürnberger mit Eltern aus Eritrea , der sich als Franke fühlt. Sein Ziel ist es als erster Afrodeutscher in den Nürnberger Stadtrat einzuziehen. Besonders am Herzen liegen dem Politik- wissenschaftler die Themen Bildung, Menschenrechte, sowie Wohnungs-und Arbeitsmarkt. Auch die Schaffung eines afrikanischen Kulturzentrums ist eines seiner Ziele.

Irene Ramorobi

Ihre Wurzeln liegen in Südafrika. Ihr Großvater kämpfte in Lesotho bereits für Demokratie. Ihr Augenmerk liegt auf dem großen Ganzen. Miteinander können wir es schaffen Ziele durchzusetzen.

Carl Veldman:

Ein weißer Afrikaner, der stolz ist, Teil des Farbspektrums Afrika zu sein. In Südafrika gilt er als Deutscher, hier in Nürnberg als Südafrikaner. Für ihn ist dies Nebensache; Menschen sind Menschen überall auf der Welt. Besorgt ist er, wenn es um das Thema Entwicklungspolitik geht. Ein respektvoller Umgang miteinander und eine Partnerstadt mit Afrika gehören zu seinen Wünschen und Zielen.

Am Ende des Abends fand eine Panel-Diskussion über verschiedene Themen statt. Einige Fragen kamen vom Publikum. Die Themen waren unter anderem die Vertretung der Afrikaner in der Politik, Menschenrechte und der zukünftige Kontakt der Kandidaten mit den Vereinen. Herr Ahmed betonte, dass unser Platz da ist, wo wir ihn uns aussuchen. Irene Ramorobi sagte, dass Nürnberg eine Migranten-Stadt ist und dass sie mehr tun will, damit die Leute sich wohl fühlen.

 

Stephen Fraser

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